26.08.2026

Luchspopulation wächst: Alva sorgt erneut für Nachwuchs

Welch eine Freude: Alva hat erneut zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Diese Aufnahmen von Fotofallen Ende Juli 2026 brachten Gewissheit über die erneute Reproduktion bei den sächsischen Luchsen.  
© Archiv Naturschutz LfULG, H. Stockburger

Lange erhofft und nun endlich bestätigt: Bilder aus Fotofallen von Ende Juli belegen, dass Alva im Jahr 2026 erneut Nachwuchs bekommen hat. Zwei Jungtiere spielen ausgelassen in ihrer unmittelbaren Nähe und scheinen sich pudelwohl zu fühlen. Die natürliche Reproduktion zusammen mit den gezielten Auswilderungen im Rahmen des Projekts »RELynx Sachsen« schafft gute Voraussetzungen, dass sich der Luchs im Erzgebirge weiter etabliert und die Population wächst.

Einen ersten Hinweis auf möglichen Nachwuchs gaben Aufnahmen von Alva mit angesaugten Zitzen Ende Mai.   © Archiv Naturschutz LfULG, C. Blum-Rérat

Seit über einem Jahr besiedeln Alva und Chapo zusammen die großräumige Umgebung von Eibenstock. Beide Tiere sind getrennt unterwegs, wie es für die einzelgängerischen Katzen typisch ist, aber ihre Territorien überlappen sich. Damit bestanden in der Ranzzeit im Spätwinter und Frühjahr, in der Luchse sich verpaaren, gute Voraussetzungen für erneuten Nachwuchs. Beide Tiere wurden zu dieser Zeit auch an denselben Fotofallenstandorten nachgewiesen. Damit lag eine Begegnung nahe. Chapo wurde von den Kameras zudem mehrfach rufend aufgenommen – ein weiteres Signal, dass er in Paarungsstimmung war. Neben Chapo war auch Bardi, der Zuwanderer aus dem Böhmerwald, während der Ranzzeit im Territorium von Alva unterwegs. Die Hoffnung auf Nachwuchs wurde bestärkt, als Fotos von Kamerafallen Alva Ende Mai mit angesaugten Zitzen zeigten.

Die Aufnahmen von Ende Juli brachten nun Gewissheit: Alva streift erneut mit zwei Jungtieren durch die Wälder im Westerzgebirge. Der Nachwuchs spielt ausgelassen und sieht auf den Aufnahmen gut entwickelt und gesund aus. Die rosettenförmige Fellzeichnung beider Jungtiere deutet eher auf Chapo als Vater hin, da sein Fell ähnliche Muster aufweist. Soweit bisher erkennbar, handelt es sich bei den Kleinen wie im letzten Jahr um ein Männchen und ein Weibchen. Die Luchsexpertinnen und -experten hoffen nun auf weitere Fotofallenaufnahmen, die mehr über die Zwillinge verraten. Die Wahrscheinlichkeit hierfür steigt, da die Jungtiere mit zunehmendem Alter agiler werden und ihre Mutter öfter bei Ausflügen begleiten.

Die Zwillinge von Alva spielen ausgelassen miteinander. Der Nachwuchs sieht gesund und kräftig aus.   © Archiv Naturschutz LfULG, H. Stockburger

Ehrenamtliche Unterstützung führt zum Erstnachweis der Jungtiere

Seit vielen Jahren werden Hinweise auf Luchse in Sachsen kontinuierlich gesammelt und ausgewertet. In das durch die TU Dresden koordinierte Luchs-Monitoring sind auch ehrenamtlich tätige Luchs-Erfasser eingebunden, die sowohl Kamerafallen betreuen, als auch regional als erste Ansprechpersonen in Sachen Luchs Fragen beantworten. Der Erstnachweis der Luchsjungtiere 2026 gelang über solch eine ehrenamtlich betreute Fotofalle. Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung und hoffen auf baldige weitere Nachweise der Jungtiere. 
 

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