25.08.2026

Luchs-Auswilderung im Doppelpack

Luchs Luca erobert in großen Sätzen am 17. August 2026 den Eibenstocker Forst. Er war bei der »Doppelpack-Auswilderung« als Erster dran. 
© Archiv Naturschutz LfULG, R. Oehme

Die Luchspopulation im Erzgebirge hat mit Lotta und Luca weitere Verstärkung erhalten. Beide Tiere wurden am 17. August im Forstbezirk Eibenstock ausgewildert. Sie sind beide ein reichliches Jahr alt und stammen aus Tierparks. Sie bringen neue Gene in die Population ein und tragen damit zu deren genetischer Vielfalt bei. Die ist wichtig, um Krankheiten und Inzucht zu vermeiden.

Dass Katzen als wasserscheu gelten, interessierte Lotta und Luca bei ihrer Auswilderung kaum. Trotz heftigem Regen verlassen beide Luchse zügig ihre Transportbox und verschwinden nach wenigen Sekunden im Unterholz.

Lotta ist bereits mit ihrer neuen sächsischen Heimat vertraut. Sie wurde im Wildgatter Oberrabenstein des Tierparks Chemnitz geboren. Luca stammt aus dem Tierpark »Domaine Des Grotte-de-Han« in Belgien. Die jungen Luchse waren in den letzten Monaten im »Wildkatzendorf Hütscheroda« in Thüringen untergebracht, wo sie auf ihr Leben in der Natur vorbereitet wurden. Sie lebten menschenfern und erhielten Wildfleisch. Beide Tiere bestanden die erforderlichen Verhaltens- und Gesundheitstests, womit ihrer Auswilderung nichts mehr im Wege stand.

Ihre Namen verdanken die beiden Luchse einem Gewinnspiel, welches die »Regionale Informationsstelle Luchs« beim diesjährigen Europäischen Bauernmarkt in Plauen organisierte. Nachdem über 160 Vorschläge eingegangen waren, durften Bürgerinnen und Bürger aus einer Vorauswahl ihren Favoriten benennen.

Die Auswilderung von Nachzuchten aus Zoos oder Tierparks ist bei der Etablierung neuer Luchspopulationen, nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Mitteleuropa, ein wichtiger Bestandteil. Auf diesem Weg kommen neue Luchse und Gene zu dem Bestand hinzu. Dies ist dringend nötig, da die Luchspopulationen in Mitteleuropa auf vergleichsweise wenig Gründertiere zurückgehen. Daher tritt zunehmend Inzucht auf, die genetische Vielfalt sinkt und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Zoos und Tierparks, die sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Luchs beteiligen und Jungtiere für Auswilderungen züchten, leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Art.

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(© Archiv Naturschutz LfULG, R. Oehme)

Luca kann es bei seiner Auswilderung gar nicht abwarten den Eibenstocker Forst zu erkunden. Flink verlässt er seine Transportbox, nachdem diese von Johannes Riedel, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, und Heinz Bernd Bettig, Präsident des Landesamts für Umwelt Landwirtschaft und Geologie, geöffnet wurde.

Luca bei seiner Auswilderung
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(© Archiv Naturschutz LfULG, R. Oehme)

Nach wenigen Sekunden ist der Kuder im Unterholz verschwunden und der magische Augenblick der Auswilderung ist vorbei.

Luca bei seiner Auswilderung
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(© Archiv Naturschutz LfULG, R. Oehme)

Auch Lotta verlässt zielstrebig ihre Transportkiste. Es ist sehr wahrscheinlich der letzte Moment bei dem Mathias Wagner, Leiter des Wildgatters Oberrabenstein, dem in Oberrabenstein geborenen Tier noch einmal so nah sein kann. Auch für Florian Kaiser von der »Regionalen Informationsstelle Luchs« ist es ein Gänsehautmoment.

Lotta bei ihrer Auswilderung
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(© Archiv Naturschutz LfULG)

Schnell hat das Weibchen ein Schlupfloch entdeckt und verschwindet. Das GPS-Senderhalsband wird in den nächsten Monaten Auskunft über ihre Aufenthaltsorte geben. Es sendet alle vier Stunden Standortinformationen. Auch Luca trägt ein solches Halsband.

Lotta bei ihrer Auswilderung
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