05.10.2026

Mit Mia wird es zweistellig: Zehnte Luchsauswilderung im Erzgebirge

Mit großen Sätzen saust Mia den Waldweg entlang. Das junge Luchsweibchen wurde am 1. Oktober im Eibenstocker Forst ausgewildert.  
© Archiv Naturschutz LfULG, B. Lehmann

Am 1. Oktober wurde mit Mia der zehnte Luchs im Rahmen des Projekts »RELynx Sachsen« ausgewildert. Das Weibchen stammt aus einem Gehege und ist etwa anderthalb Jahre alt. Zur nächsten Paarungszeit im Spätwinter 2027 ist Mia geschlechtsreif und könnte für Nachwuchs sorgen. Das Projektteam hofft daher, dass die Katze sich schnell im Westerzgebirge einlebt und sich im Umfeld der bereits sesshaften Tiere ansiedelt.

Mia wurde im Mai 2025 im Tierfreigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein im Bayerischen Wald geboren. In dem großen naturnahen Freigehege behalten die Luchse ihre natürliche Scheu vor Menschen – eine wichtige Voraussetzung für eine spätere Auswilderung. Bisher wurden keine Nachkommen von dem dortigen Zuchtpaar in Sachsen ausgewildert. Mit Mia kommt deshalb nicht nur ein weiterer junger Luchs ins Erzgebirge, sondern sie bringt auch neue Gene in die Population ein.

Nun muss Mia zunächst ihre neue Heimat erkunden. Wie sie sich dabei verhält, wird überwacht. Wie alle bisher ausgewilderten Luchse trägt Mia ein GPS-Senderhalsband. Es erfasst alle vier Stunden ihren Standort und übermittelt die Daten einmal täglich an die Luchsexpertinnen und -experten. So lässt sich nachvollziehen, welche Wege Mia zurücklegt und welche Gebiete sie nutzt. Die Bewegungsdaten können zudem Hinweise darauf geben, ob sie ein größeres Beutetier erlegt hat.

Drei »Halbstarke« auf Erkundungstour im Erzgebirge

Neben Mia wurden dieses Jahr auch Lotta und Luca ausgewildert. Die beiden sind ähnlich alt wie Mia, ihr aber schon ein paar Schritte voraus. Sie streifen seit Mitte August durch das Westerzgebirge und haben inzwischen vor allem Gebiete südlich des Auswilderungsgebiets in Augenschein genommen. Lotta ist nah der tschechischen Grenze unterwegs, Luca noch weiter südlich in Tschechien. Beide sind inzwischen erfolgreiche Rehjäger. Lotta war dabei besonders schnell. Schon innerhalb der ersten Woche nach ihrer Auswilderung hat sie ihr erstes Reh erlegt.

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