Juno ist am Leben!
Große Freude beim sächsischen Luchsprojekt: Juno, der erste im Freistaat ausgewilderte Luchs, ist wieder aufgetaucht. Seit September 2024 gab es keinen Nachweis mehr, der eindeutig dem Kuder zugeordnet werden konnte. Knapp anderthalb Jahre später ist dies nun gelungen: In der Nähe von Flaje, nahe der Grenze zu Sachsen, wurde im Februar eine Luchsspur im Schnee gefunden. Die genetische Analyse der zugleich gewonnenen Urinprobe erbrachte den Nachweis, dass Juno lebt und im Projektgebiet unterwegs ist.
Bereits seit Beginn des neuen Jahres hatten sich die Hinweise auf einen Luchs in der Region zwischen Freiberg, Flöha und der deutsch-tschechischen Grenze gehäuft. So hielt eine Wildkamera am 4. Januar 2026 einen Luchs in der Nähe von Freiberg fest. Die Qualität des Fotos lässt allerdings eine genaue Bestimmung des Tieres anhand seiner Fellfleckung nicht zu. Erkennbar war lediglich eine schwache Fellzeichnung – so wie Juno sie trägt. Am 17. Januar wurde bei Borstendorf wieder ein Luchs fotografiert, wieder mit schwacher Zeichnung, wieder nicht eindeutig zu identifizieren.
Ob es sich bei den Wildkamerabildern um Aufnahmen von Juno handelt, kann weder ausgeschlossen noch sicher bestätigt werden. Es ist unklar, warum sich der inzwischen fast vierjährige Kuder so weit von seinem ursprünglich relativ kleinen Streifgebiet in der Region um Eibenstock entfernt hat. Luchse legen aber problemlos weite Strecken zurück. Selbst wenn sie in einem Gebiet ansässig sind, können ihre Streifgebiete in Mitteleuropa bis zu 400 Quadratkilometer groß sein.
Wie funktioniert das Luchsmonitoring?
Im Rahmen des sächsischen Luchsmonitorings werden Hinweise, die auf die Anwesenheit von Luchsen schließen lassen, systematisch gesammelt und ausgewertet. Dies können Spuren im Schnee, Rufe, Kot, Reste von Beutetieren oder Aufnahmen von Wildkameras sein. Seit über 15 Jahren koordiniert die Professur für Forstzoologie der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie das Luchsmonitoring in Sachsen. Sie wird von ehrenamtlichen »Luchs-Erfassern« wie Jägern, Förstern und Naturschützern unterstützt. Deren Engagement hat in den letzten Monaten zu den Luchsnachweisen aus dem südlichen Mittelsachsen geführt. Dafür bedanken wir uns herzlich.
Beobachtungen jeglicher Art sind hilfreich. Auch Hinweise aus der Bevölkerung werden vom Team des Luchsmonitorings jederzeit dankend angenommen: www.luchs-sachsen.de.